LTE Geschwindigkeit

LTE GeschwindigkeitDie Internetgeschwindigkeit, mit welcher ein Computer-Nutzer im Internet surft, spielt eine große Rolle: Einerseits sind diverse Onlinedienste wenig aufregend, wenn der Internetzugang träge ist (beispielsweise Video- oder Musik-Streams), zum anderen ist ein Hauptteil der Internetseiten nicht für die Präsentation auf mobile Engeräte (z.b. LTE Smartphones) abgestimmt. LTE steht für Long Term Evolution, und stellt einen neuen Mobilfunkstandard dar, der die flexible Nutzung von Frequenzbereichen ermöglicht. Die Bandbreiten in Höhe von 1,25, 2,5, 10 und 20 MHz stehen hierbei zur Verfügung.

Die Geschwindigkeiten die mit LTE erreicht werden können, übersteigen die Geschwindigkeiten von DSL oftmals um ein vielfaches. Rein theoretisch sind bei maximaler Verfügbarkeit und der technischen Gegebenheit theoretisch 100 Mbit im Download und 50 Mbit im Upload möglich. Besonders für ländliche Regionen ist LTE sehr interessant, denn hier dürfte man mit jedem LTE Anschluss schneller sein, als die bisherigen Leitungen es hergeben. Mit LTE Advanced sind sogar problemlos Übertragungsgeschwindigkeiten von 1 Gbit/s möglich.

Um sich besser vorstellen zu können, wie unterschiedlich die Übertragungsgeschwindigkeiten von GPRS, EDGE, UMTS, ISDN, DSL im Vergleich zu LTE sind (im Idealfall), schauen Sie sich die folgende Vergleichstabelle an:

Funk-Technik max. Downloadrate 10 MB-Download
GPRS 54 KBit/s 185 Sekunden
Analog-Modem 56 KBit/s 179 Sekunden
ISDN 128 KBit/s 78 Sekunden
EDGE 217 KBit/s 47 Sekunden
UMTS 384 KBit/s 27 Sekunden
HSDPA (1. Ausbaustufe) 1800 KBit/s 6 Sekunden
DSL 2000 2000 Kbit/s 4 Sekunden
HSDPA (2. Ausbaustufe) 3600 KBit/s 3 Sekunden
HSDPA (3. Ausbaustufe) 7200 KBit/s 2 Sekunden
DSL 6000 6000 Kbit/s 2 Sekunde
LTE 100.000 KBit/s weniger als 1 Sekunde

UMTS

UMTS ist die 3. Generation der Mobilfunkübertragungstechnik. Nach dem schlechten WAP Start und die relativ selten genutzte GPRS und EDGE Technik, brachte UMTS letztendlich den Durchbruch für mobile Dienste. Die Versteigerung der Universal Mobile Telecommunications System-Lizenz spülte einen Milliardenbetrag in die deutsche Staatskasse. Insgesamt knapp 50 Milliarden Euro zahlten die Mobilfunkanbieter für das Mobilfunknetz der 3. Generation. Die Mobilfunkanbieter bezeichneten die hohen Lizenzkosten als viel zu überteuert. Denn für die flächendeckende Versorgung von UMTS ist auch der Aufbau eines UMTS-Netzes nötig, wodurch weitere Milliardenkosten entstehen.

Für die LTE Lizenzen haben die Mobilfunkprovider weit aus weniger gezahlt. Circa 1,4 Milliarden Euro je Provider. Inzwischen ist das UMTS Netz gut ausgebaut und immer mehr UMTS fähige Geräte (vor allem Smartphones) kommen auf dem Markt. Die UMTS-Übertragungstechnik ist abwärtskompatibel, je nach Verfügbarkeit wird zwischen UMTS-, und GSM-Übertragung gewechselt. Mit dem erweiterten UMTS-Protokoll der HSPA-Familie “HSDPA” ist eine maximale Download-Geschwindigkeit von bis zu 14,4 Mbit/s möglich. Mit HSPA+ sind sogar Download-Geschwindigkeiten von 42 Mbit/s möglich.

Ein wichtiger Vorteil der HSPA-Ausbauten ist, dass ausschließlich ein Software-Update nötig ist und dadurch keine sehr hohen Kosten entstehen.

GPRS und EDGE

Die General Packet Radio Services-Technologie wurde 1998 von Ericsson entwickelt und war ab 2001 in Deutschland im Einsatz; GPRS ist ein Ausbau der GSM­ Technik, die in der Theorie eine maximale Datenübertragungsrate von knapp 115,2 kBit/s hat. Nebenher ermöglichte die GPRS Technik die Web-Übliche paketorientierte Datenübermittlung. Folglich musste ein Mobiltelefon keinen Telefonkanal mehr sperren, um Informationen zu senden.

GPRS ist noch in diesen Tagen neben EDGE der Standard bei fast allen Mobilfunktelefonen. Steht kein UMTS zur Verfügung, wird automatisch auf EDGE oder GPRS umgeschaltet. EDGE gibt es seit 2006 in Deutschland. Es erweiterte den GSM-Standard und bietet einen zügigeren und belastbarere Datenaustausch. Theoretisch ist mit EDGE eine Übertragungsgeschwindigkeit von 473,6 kBit/s möglich. Leider kann EDGE mit keinem üblichen DSL-Anschluss mithalten und so wurde auch diese Übertragungstechnik als recht langsam empfunden.

WAP

Das Wireless Application Protocol war der erste Anlauf, das World Wide Web auf das Handy zu bringen. Dabei musste man einige Probleme lösen, denn Handynetze unterstützen das Protokolle nicht standardmässig. Des Weiteren haben Handys im Normalfall starke Einschränkungen in der Bedienung, zum Beispiel durch die Tastatur und durch den kleinen Bildschirm. 1997 wurde WAP von Motorola, Ericsson und Nokia eingeführt. Angepasste Protokolle wurden entwickelt, die in verschiedene Handynetze in Betrieb sein können. Des weiteren wurde die Wireless Markup Language WML entwickelt, um Inhalte mobilgerätgerecht anzeigen zu können.

Die meisten Anwender waren jedoch von der Geschwindigkeit von WAP-Programmen enttäuscht und so blieb die erste WAP-Version nicht zuletzt mangels geeigneter Mobilfunkgeräte so gut wie ohne Bedeutung. Die anschließenden WAP Ausbauten übernahm XHTML. Die Norm konnte sich etablieren und die ersten Mobilfunktelefone wurden mit WAP-Browsern ausgeliefert. Mit der wachsenden Erkenntnis der Mobilfunkindustrie, dass der mobile Internetzugang in den nächsten Jahren ein wesentlicher Part spielen wird, wurde massiv in die Entwicklung neuer Übertragungstechniken investiert.